Neuer Automobilmarkt-Trend: Rückgang der Produktproliferation-Strategie

15. Dezember 2008

Seit den 80er Jahren hat sich die Modellvielfalt in der Automobilindustrie verdoppelt. Produktdifferenzierung auf Kundenseite, sowie Plattformstrategien und Badge Engineering, insbesondere aus Kostengründen, waren die Zauberworte einer Erfolg versprechenden Wachstumsstrategie. Diese Entwicklung führte jedoch in der Folge zu erheblichen Überkapazitäten in größtenteils gesättigten Märkten, derer die Hersteller mit zum Teil wahnwitzigen Rabatten Herr werden wollen.

Die zusätzlichen Erlöse aus einer tendenziell künstlichen Erweiterung der Produktprogramme werden in der aktuellen Absatzkrise in großem Stil jedoch sukzessive abnehmen, bzw. schlimmer noch: sich zu einem Minusgeschäft entwickeln.

Nach der Entscheidung, seine Marke Hummer zu verkaufen, mutmaßen Experten beispielsweise, dass US-Gigant GM zusätzlich seine Marken Saab und Pontiac verkaufen oder gar schließen könnte. Mittlerweile wurde zumindest die Prüfung einer Veräußerung der Marke Saab von GM bestätigt. Darüber hinaus meldete autobild.de im November 2008, BMW hätte die Entwicklung  von Projekten wie dem X7, dem viertürigen Coupé CS und einem möglichen Roadster unterhalb des Z4 gestoppt.

Anfang Dezember 2008 berichtete das amerikanische Marketing-Magazin “Adage.com”, dass GM-Vize Bob Lutz auch das amerikanische Opel-Pendant “Saturn” einer “strategischen Prüfung” unterziehe. Außerdem offenbarte Bob Lutz einen Teil der geplanten Strategie, wie GM die Krise in den Griff bekommen möchte und formulierte damit indirekt einen Trend, den wir in den kommenden Jahren beobachten werden:

  • “It’s really much better to have fewer brands, do it well and then market the hell out of them”
  • “Reducing the number of nameplates and putting your marketing money on the product is the way to go”
  • “Nowadays, there’s so much stuff out there and so many brands that nobody can keep track of it anymore.” [Quelle: Adage.com]

Das bedeutet, dass in den nächsten Monaten und Jahren die erwartete Marktbereinigung eintreten wird, zumindest einzelne Marken – wenn nicht ganze Konzerne – verschwinden werden. Außerdem werden Hersteller dazu übergehen, weniger Varianten und Baureihen zu entwickeln und die so eingesparten Budgets u.a. direkt in die Vermarktung der verbliebenen Baureihen zu stecken.

[Foto: © Frank Güllmeister / PIXELIO]

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